Der umerzogene Fleisch(fr)esser

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„Grüne und militante Veganer wollen 99% der Menschen umerziehen“, schrieb heute die facebook-Seite „FDP Liberté“. Ich habe mich gefragt, was sie wohl damit meinen. Wenn es darum geht, dass wir Grünen die gesamte Menschheit zu Veganern machen wollen; Das stimmt natürlich nicht! Es ist zwar richtig, dass in Deutschland nur etwa 1% der Männer und 2,2% der Frauen vegetarisch leben und nur 0,1% vegan (Quelle: Fleischatlas 2013), aber in anderen Teilen der Welt sieht das ganz anders aus. In Indien beispielsweise leben etwa 40% der Menschen vegetarisch und selbst in den USA sind es 4% der Männer und 7% der Frauen. 

Doch selbst wenn die Seite „FDP Liberté“ sich nur auf die deutsche Bevölkerung bezieht, ist ihre Aussage gänzlich daneben. Niemand bei den Grünen und auch kein Vegetarier/Veganer, den ich kenne, will irgendjemanden „umerziehen“. Tatsache ist, dass sich immer mehr Menschen Gedanken machen, was sie da eigentlich vor sich auf dem Teller haben. Und das ist auch gut so, denn Massentierhaltung und industrielle Fleischproduktion ziehen derart gewaltige Umwelt- und Gesundheitsschäden mit sich, dass ich darüber einen eigenen Artikel verfassen könnte. Doch das Meiste ist bekannt und braucht hier nicht erneut geschrieben zu werden.

Aber was wollen wir Grünen dann? Wir wollen den Menschen, die sich nicht selbst die Gedanken machen zeigen, was ihr immer größer werdender Fleischkonsum bewirkt. Wir zeigen ihnen die Folgen und erklären, was man besser machen könnte. Auch der Fleischatlas 2013 zeigt das. Weniger Fleisch ist besser für Umwelt und Gesundheit. Und Fleisch aus biologischer Haltung ist noch einmal doppelt so gut. (Bevor jetzt aber wieder gemeckert wird, dass Biofleisch so teuer ist: Wenn man nur einmal in der Woche Fleisch isst, statt jeden Tag, dann kann man sich dieses auch vom Biohof leisten)

Was machen wir Grünen noch? Wir zeigen den Menschen, dass man eben doch auch gänzlich ohne Fleisch und tierische Produkte leben kann. Nur ist es zu einfach, wenn man dann immer wieder von den „grünen, weltverbessernden Gutmenschen“ spricht, denn es gibt mittlerweile viele Menschen aus allen politischen, kulturellen und sozialen Richtungen, die sich mit dem Thema Vegetarismus beschäftigen.

Ein Beispiel ist das „Sattgrün“, ein Restaurant in Düsseldorf-Flingern. Hier wird seit fünf Jahren erfolgreich vegan gekocht. Und das mit immer größer werdendem Publikum. Ich war gestern selbst dort und habe mich durch das rein pflanzliche Büfett geschlemmt. Mit Suppen, Salaten und verschiedenen warmen Hauptgängen, die sämtlich ohne ein einziges tierisches Produkt auskommen, ist das kleine Restaurant gut ausgestattet. Die Getränke dort sind hauptsächlich aus biologischer Erzeugung und fairtrade. Der Preis ist mehr als fair. Es schmeckt einfach gut und so freundliche Menschen sucht man in anderen Gaststätten oft vergebens. Ich will auch gar nicht zu viel Werbung machen, nicht dass noch jemand befürchtet ich will ihn „umerziehen“, aber ich empfehle einfach den Besuch im Sattgrün und würde mir wünschen, dass sich die Damen und Herren von „FDP Liberté“ danach einmal selbst fragen, ob sie etwas vermisst haben. Ich denke die Antwort wird jedenfalls nicht „Fleisch“ sein…

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