Liebe Medien,

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ich höre und lese immer wieder von „ausländischen“ Geiseln in Algerien. Mal sind es 10, mal sind es 40. Es wird in unterschiedlichsten Berichten von unterschiedlichsten Situationen gesprochen. Mal konnten ausländische Geiseln entkommen, mal sind sie beim Angriff der algerischen Armee ums Leben gekommen. Und dann wurden 650 Geiseln befreit.
Unter den vermutlich immer noch zahlreichen Geiseln wird der größte Teil algerischer Herkunft sein. Warum tauchen diese in den Medien nicht mehr, oder nur selten auf? Warum entsteht in der westlichen Medienwelt der Eindruck, dass man sich nicht um Geiseln aus Algerien schert? Sind sie keine Gefangenen von Terroristen? Werden sie besser behandelt? Müssen sie nicht um ihr Leben fürchten? Haben sie keine ungewisse Zukunft? Was macht es weniger schlimm eine algerische Geisel zu sein, als eine französische oder japanische?
Doch das Schlimmste, was ich gestern in einem Radiobeitrag hören musste, war:“Gott sei Dank sind keine Deutschen dabei“

Ich finde das übertrifft alles. Wann begreift ihr Medien endlich, dass es nicht darauf ankommt, ob einem Afrikaner, einem Norweger, einem Chinesen, einer Frau, einem Mann oder einem Kind Leid zugeführt wird? Es ist und bleibt Leid und ist in jedem Fall schlimm, ganz egal wen es betrifft…

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1 Gedanke zu „Liebe Medien,

  1. Exakt. Klar berichten deutsche Journalisten eher ueber eine Geiselnahme oder aehnliches, wenn Deutsche beteiligt sind. Aber ich habe auch den Eindruck, das Nationalitaet in der Berichterstattung eine viel zu grosse Rolle spielt bei dem „gefuehlten“ Wert eines Menschenlebens. „Gott sei Dank sind keine Deutschen dabei“ finde ich auch absolut daneben.

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