Von Gärten, Ämtern, Bürgermeistern und Bebauungsplänen – Was man in Neuss so alles „bestaunen“ kann

Share Button

Wenn ein Neusser Bürgermeister eine Idee hat, dann wird diese auch umgesetzt. Klingt erst einmal gut, aber… Wenn man sich die neusten Pläne des Bürgermeisters Herbert Napp in Neuss einmal genauer ansieht, stellt man fest, dass da schon wieder am Bürger vorbei entschieden wird.

Es geht um die Stadtgärtnerei im Neusser Dreikönigenviertel. Hier, zwischen Bergheimer- und Weingartstraße, befinden sich noch die Gewächshäuser der Stadtgärtnerei. Bis vor Kurzem wurden an diesem Ort die Pflanzen aufgezogen, welche die Neusser Innenstadt mit farblichen Akzenten verschönern. Doch damit ist jetzt Schluss. Die Verwaltung hat den Laden sprichwörtlich „dichtgemacht“. (Im Übrigen gänzlich ohne die Zustimmung des Rates und ohne die geforderte Prüfung der Wirtschaftlichkeit des Betriebes.)
Und was plant Herr Napp nun mit dem frei werdenden Gelände? Natürlich: Bebauung! Die Stadtkasse ist (wie immer) leer. Geld muss her und das geht am einfachsten mit schönen Luxuswohnungen. Leider vergisst der Bürgermeister den Ratsbeschluss aus dem Jahre 2000. In dem wurde festgelegt, dass das Gelände dem angrenzenden Botanischen Garten zugeführt werden soll.

Den Botanischen Garten habe ich mir heute einmal genauer angesehen. Die Fläche ist zwar nicht besonders groß, jedoch war ich vom vielfältigen Angebot überrascht. Es gibt neben zahllosen heimischen und exotischen Bäumen auch zahllose Sträucher und Blumen. Bei einem Spaziergang durch die Anlage kann man viel entdecken. Von der Kaukasischen Flügelnuss bis zum Katsurabaum. Die teilweise gepflasterten, teilweise unbefestigten Wege schlängeln sich durch den gesamten Garten. Blumenbeete säumen Parkbänke, die zum Verweilen und Entspannen einladen. Während man auf Bachläufe oder einen Teich blickt, hört man immer Hintergrund das zwitschern exotischer Vögel aus der nahen Voliere. Entspannung pur!
Doch nicht nur das. Eine Kräuterschnecke im Schulgarten, ein exotisches Pflanzenschauhaus und jede Menge Infotafeln bieten den neugierigen Besuchern auch lehrreiche Hintergrundinfos.

Kurz gesagt: Hier geht was! Aber da ist noch deutlich mehr drin. Man kann es also verstehen, dass sich die „Freunde und Förderer des Botanischen Gartens“, der BUND und die Neusser Grünen für eine Erweiterung des Gartens starkmachen.  Schon vor 13 Jahren wurden mit den Bürgern Vorschläge erarbeitet, wie das zusätzliche Gelände der Stadtgärtnerei in den Botanischen Garten integriert werden könnte. Von einem „interkulturellen Garten“ war die Rede, genauso wie von einem Kaffeegarten. Eine Umweltberatung für die Neusser, durch Beispiele sinnvoller Fassadenbegrünung, wäre ebenfalls vorstellbar. Es sollten also jetzt die alten Vorschläge erneut geprüft und (wie im Ratsbeschluss auch vorgesehen) endlich umgesetzt werden. Der Botanische Garten verdient diese Erweiterung. Und die Neusser verdienen sie ebenso!

Was Ihr an dieser Stelle tun könnt? Auf der Internet-Seite des BUND Neuss kann man sich diesen Vordruck runterladen. Darauf einfach unterschreiben und per Post oder als Scan per Mail an den BUND schicken. Die Adressen findet Ihr hier.

Ein weiterer Vorschlag von mir wäre die Errichtung eines Gemeinschaftsgartens. Platz genug ist dort. In das Konzept des Botanischen Gartens würde das sozial-ökologisches Projekt „Gemeinschaftsgarten“ auch passen. Vielleicht denken wir einmal darüber nach…

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.