Weihnachten – Ist das Pflicht oder kann das weg?

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Strahlender Riesen-Tannebaum und Konsumterror in Budenform - Ist das wirklich Weihnachten?
Strahlender Riesen-Tannebaum und Konsumterror in Budenform – Ist das wirklich Weihnachten?

Lohnt es sich jedes Jahr aufs Neue ein Fest zu feiern, welches in seiner Ausführung mit seinem eigentlichen Sinn nicht mehr viel gemein hat? Lohnt es sich ein Fest zu feiern, nur weil man es immer gemacht hat und nicht weil man es wirklich feiern möchte?

Das war es also. Weihnachten 2013. Wochenlang haben wir dem Fest entgegen gefiebert. Wir haben uns überlegt, was wir unseren Eltern und Kindern schenken. Wir haben uns in den Innenstädten die Füße platt getreten, auf der Suche nach den besten Schnäppchen für unsere Lieben. Wir haben uns vor dem ersten „Last Christmas“ im Kaufhaus gefürchtet und uns dennoch heimlich darauf gefreut.  Wir haben uns den Kopf zerbrochen, ob wir den festlichen Braten auftischen oder Kartoffelsalat mit Würstchen. Wir haben uns zum Plätzchen backen mit Freunden getroffen, die Plätzchen aufgegessen und uns dann wieder zum Backen mit Freunden getroffen.
Jedes Jahr der gleiche Stress aufs Neue. Jedes Jahr werden wir unruhiger, je näher wir an den 24. Dezember kommen. Jedes Jahr sind wir gereizt und jedes Jahr führen die kleinsten Zwischenfälle zu Streitereien. Jedes Jahr nennen wir das die „besinnliche Vorweihnachtszeit“.

Und wenn es dann so weit ist und die ganze Familie am Esstisch sitzt, mit prachtvoll geschmücktem Tannenbaum und Gabentisch im Hintergrund, dann wird dem ganzen Chaos die Krone aufgesetzt. Essen und Bescherung laufen noch glimpflich über die Bühne, aber spätestens beim Nachtisch fangen die Streitereien an. Mal ist es die Politik über die gestritten wird, mal ist das Verhalten einzelner Familienmitglieder Anlass für Beleidigungen. Irgendwas ist immer. Dann wird der Eine laut, dann fängt ein Anderer an zu weinen. An Besinnlichkeit denkt da keiner mehr.
Warum machen wir das eigentlich? Warum treffen wir uns jedes Jahr mit den gleichen Leuten, obwohl wir doch von vornherein genau wissen, dass es unschön endet?

Die Antwort: weil wir es müssen. Wir zwingen uns selbst dazu. Gut, das Fest hat ja einen Grund. Wir sind christlich geprägt. Wir glauben irgendwie an Jesus und wir glauben, dass dieser Jesus von einer Jungfrau geboren wurde. Und weil ein Geburtstag auch ein Datum braucht, suchten wir im 4. Jahrhundert etwas Passendes. So im Winter erschien doch ganz nett, da gab es ja am 25. schon ein römisches Kultfest für den unbesiegbaren Sonnengott und die heidnische Wintersonnenwendfeier war auch nicht allzu weit entfernt. Blöd nur, wenn heute verschiedene Christen auch verschiedene Geburtstage für ihren Herrn haben. Da fehlt es dann irgendwie an Authentizität. Die Orthodoxen feiern erst im Januar und wir Mitteleuropäer machen uns die jüdische Tradition zu eigen, um schon am Vorabend des 25. zu feiern.

Die Frage nach dem Datum ist aber gar nicht das Problem. Wichtig ist ja nicht, wann etwas gemacht wird, sondern das es gemacht wird. Wer Christ ist und sich zu seinem Glauben bekennt, sollte auch das Geburtstagsfest seines Herrn feiern. Mit allem was dazugehört. Dem Gang in die Kirche, der Krippe und der Weihnachtsgeschichte. An Weihnachten der Geburt Jesu zu gedenken und den Messias zu feiern finde ich gut und richtig. Für Christen.
Aber was hat da eigentlich dieser Dicke vom Nordpol zu suchen, wenn es um Weihnachten geht? Warum stellen wir eine geschmückte Tanne in unsere Wohnzimmer, wenn sie in der Heimat Jesu nicht anzutreffen ist? Warum beschenken wir uns gegenseitig, wenn doch eigentlich Jesus Geburtstag hat? Und warum machen wir das alles, wenn doch viele von uns gar nicht an Gott und Jesus glauben?

Wäre es nicht wesentlich angenehmer auf den ganzen aufgezwungenen Konsum zu verzichten? Wir sollten nicht einen Großteil unseres Geldes ausgeben für Krawatten, die keiner trägt, für Massen an Plastikmüll, mit dem unsere Kinder ein paar Wochen spielen. Wir sollten nicht drei Tage am Stück mit Menschen an einem Tisch sitzen, die wir den Rest des Jahres mit dem Arsch nicht angucken. Das ist pure Verschwendung von Geld, Ressourcen und Zeit. Es ist unnötig und wir wissen nicht einmal mehr genau, warum wir das eigentlich machen.

Wenn wir nicht mehr an Gott und seinen Sohn glauben, sollten wir uns das ganze Weihnachtsfest sparen. Was haben wir von einem Fest, dessen Sinn verloren ging? Was bleibt uns nach den Feiertagen? Weniger Geld im Portemonnaie und mehr Gewicht auf der Waage. Miese Laune, weil die Stimmung mit den Verwandten so schnell im Keller war. Neid, weil Geschwister mehr oder bessere Geschenke bekommen haben. Weihnachten nutzt niemandem mehr. Nicht dem Glauben, nicht den Menschen. Höchstens noch dem Einzelhandel.

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1 Gedanke zu „Weihnachten – Ist das Pflicht oder kann das weg?

  1. nicht alle empfinden Weihnachten als stressig und nicht alle mögen ihre Familie nicht. Ich schätze sehr die zeit mit meinen Verwandten wie an weihnachten so auch an den anderen Tagen.
    Warum lässt du es nicht einfach sein,wenn es dir kein Spass macht?

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