Protestcamp Norf: Supermarkt ja, aber nicht auf der Realschulwiese

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Protestcamp Norf
Dienstagmorgen ab 7:30 begann der Aufbau der Bürgerinitiative

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15 Jahre besteht nun schon der Streit um die Realschulwiese in Norf. Zwischen Bürgermeister und dem Rat der Stadt Neuss auf der einen und einigen Norfer Bürgern auf der anderen Seite. Streitthema: der Neubau eines Supermarktes vor der Realschule.

Ab heute kommt es zum wahrscheinlich letzten Gefecht auf der Wiese an der Südstraße. Die Bürgerinitiative „Pro Realschulwiese“ besetzt die Grünfläche zwischen Park- und Spielplatz mit Zelten und Pavillons. Während die ersten LKWs schon Bauzäune anliefern, um die Sicherheitsvorkehrungen für die Rodungsarbeiten zu installieren, werden von Anwohnern noch fleißig Heringe in den Boden gesteckt und Riemen festgezurrt.
Ab morgen soll gefällt werden. Doch das geht nur bis zum 1. März, denn ab dann ist Brutzeit und damit sämtliche Rodungsarbeiten untersagt. Ob die Bürgerinitiative genug Unterstützer mobilisieren kann, werden die nächsten Tage zeigen. Potenzial hat die Gruppe zumindest. Erst vor Kurzem überreichten sie Bürgermeister Herbert Napp über 2000 Unterschriften für den Erhalt der Wiese.

Um dieses Gelände geht es beim Protest. Die Fläche zwischen Südstraße und Realschule.
Um dieses Gelände geht es beim Protest. Die Fläche zwischen Südstraße und Realschule. (Quelle: maps.google.de)

Zum Hintergrund:
Auf der Fläche gegenüber der Realschule befindet sich momentan ein kleiner Parkplatz, ein Spielplatz und jede Menge Grün. Hier soll der Spielplatz verkleinert, der Parkplatz vergrößert und die Bäume gefällt werden. Dafür wird ein Frischemarkt errichtet mit 1200m² Verkaufsfläche.

Realschulwiese Umbauplan
Grafik von http://www.pro-realschulwiese.de/

Das Pro&Contra:
Die Norfer sind sich über alle Parteien hinweg einig: Ihr Stadtteil braucht einen Frischemarkt. Nur der Standort ist Grund für heftige Diskussionen. Der Rat der Stadt Neuss mit Bürgermeister Napp an der Spitze ist sich einig, den geeigneten Platz gefunden zu haben. Die Bürgerinitiative hält das für den falschen Ort. Vielmehr würde sich ihrer Meinung nach ein 22.000m² großes Areal an der Nievenheimerstraße anbieten. Die Realschulwiese hingegen würde auf der Südstraße zu noch mehr Verkehr führen. Durch anliefernde LKWs würde es zu riskanten Überholmanövern kommen, bei denen auch die wachsende Anzahl von Schülern stark gefährdet wäre. Auch die Rodung der über 50 Bäume ist in ihren Augen überflüssig, wenn man den Supermarkt nur ein paar Hundert Meter weitern an den Ortsrand baut.
Der Vorsitzende des Planungsausschusses Karl-Heinz Baum (CDU) hält dagegen, dass die doppelte Anzahl an Bäumen in der unmittelbaren Umgebung neu gepflanzt werden soll, um so das Grün zu erhalten. (WZ)

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14 Gedanken zu „Protestcamp Norf: Supermarkt ja, aber nicht auf der Realschulwiese

  1. Leider hat auch der grüne Fraktionsvorsitzende sein OK gegeben. Was mich sehr enttäuschte.
    Ich halte diese Handlung allerdings alles andere als grün. Wie schon genannt haben CDU und FDP natürlich die Machtstellung im Stadtrat und hätten diesen Entscheid auch ohne SPD und Grüne auf den Weg gebracht. Von denen hätte ich es auch erwartet, da sie dadurch die Wirtschaft in Neuss wieder etwas weiter ankurbeln wollen. Allerdings auf Kosten der AnwohnerInnen, SchülerInnen, Kindergartenkinder, Natur und umliegenden kleinen Gewerbeunternehmen. Denn wenn erst einmal gebaut wird, dann schafft es zwar einige Arbeitsplätze und über die Steuern würde man auch Gelder einnehmen, aber es bringt viele Nachteile mit sich. Was hier in dem Beitrag noch nicht erwähnt wurde, und was ich auch sehr wichtig finde ist, dass es die umliegenden Geschäfte in den Ruin treiben wird. Der Zeitungsladen und der Feinkostladen Nippes werden unter aller Garantie mitunter von Netto am meisten darunter zu leiden haben.
    Es gäbe nicht nur mehr Verkehr, sondern damit auch viel mehr Feinstaub, und das genau neben 2 Bildungsstätten unserer kleinen und jungen MitbürgerInnen.
    Es ist ein Jammer, dass der Bürgerinitiative von Politikern vorgeworfen wird, dass sie lediglich um den Wert ihrer Wohnlage bangen, wobei es doch allen Fakten nach um so viel mehr geht.

    1. Soweit mir bekannt ist, wünschen sich so ziemlich alle Einzelhändler vom Lessingplatz den Supermarkt an der Südstrasse. Die Annahme, alle Läden würden durch den neuen Supermarkt pleite gehen, ist schlichtweg Unsinn. Das Gegenteil ist der Fall. Der Lessingplatz wird endlich belebt werden und davon profitieren alle dort vorhandenen Gewerbetreibende. Wo niemand rumläuft, kann auch keiner etwas kaufen, so einfach ist das! Das hat man in Allerheiligen (Rewe und Aldi) und in Derikum (Aldi und Lidl) längst verstanden.
      Im übrigen würde Ihr Argument, wenn es denn wahr wäre, auch dann zutreffen, wenn der neue Supermarkt im Feld am Friedhof gebaut würde. Somit würde Norf auf ewig eine Einzelhandels Diaspora bleiben.

  2. 1983 war der Lessingplatz eine gut funktionierende Einheit. In dem jetzigen Küchenstudio Helten befand sich ein Otto-Mess-Supermarkt und in den anderen Ladenlokalen eine gute Mischung von Einzelhändlern – auch eine Kondtorei/Bäckerei war dabei.

    Der Niedergang des Lessingplatzes begann mit der Schließung des Supermarktes, der sich
    am Kopfende des Lessingplatzes befand und so die Menschen auf den Platz lockte.
    Jetzt wird ein Supermarkt geplant, der den Lessingplatz nun komplett zu einem Hinterhof eines Supermarktes und des Kindergartens macht.

    Von der Südstraße aus gibt es nach dieser Planung nur noch einen schmalen und einen etwas breiteren Weg zum Lessingplatz, der sonst in keiner Weise einsehbar ist.

    Der Lessingplatz wird gänzlich unsichtbar.

    Das Gesamtbild dieses Areals wird durch einen Supermarkt-Klotz und großem Parkplatz verschlechtert. Und das, obwohl die Alternative existiert, den Supermarkt im Neubaugebiet an der Nievenheimer Straße zu bauen.

    Direkt an der Nievenheimer Straße, gegenüber dem Küchenstudio Helten, wäre ein guter Platz für einen Supermarkt, der direkt in die neue Bebauung einbezogen werden könnte. Von der Nievenheimer Straße aus wäre er gut zu sehen und die Parkplätze wären direkt anfahrbar ohne Schule, Kindergarten und Anwohner zu belästigen. Die Straße müsste nur verkehrsberuhigt und mit einem großzügigen Übergang zum Lessingplatz ausgestattet werden.

    Dieser Supermarkt wäre nicht weiter vom Lessingplatz entfernt, als der jetzt geplante und hätte breitere Zugänge zum Lessingplatz.

    Eine Belebung des Lessingplatzes wäre auch gegeben, da viele Besucher des Supermarktes
    aus der näheren Umgebung (jetzige Wohnbebauung, Schule und Kindergarten) zu Fuß oder mit
    dem Fahrrad den Supermarkt über den Lessingplatz erreichen würden.

    Da auf dieser Seite ein Neubaugebiet entsteht, könnte der Supermarkt in die baulichen Gegebenheiten eingefügt und vielleicht sogar mit einer Tiefgarage versehen werden.

  3. Falschmldung: Es handelt sich nicht um die Realschulwiese auf dem der Frischemarkt gebaut wird.Den bekannten Kravallmachern geht es nur darum,das sie durch Anlieferung dieses Supermarktes sich gestört fühlen.Über 80 % der Norfer Bürger sind für diesen Frischemarkt am Lessingplatz.Diese leute sagen:Auch alte Menschen die kein Auto fahren sollen sich in den Bus setzen und in anderen Orten einkaufen.Einer sagte noch.Die alten die das nicht können sollen sich ihre lebensmittel gefäligst liefern lassen.
    70 Bäume sollen gefällt werden ????
    Hallo es sind gerademal 30.Das Andere sind Sträucher und Gestrüpp.
    Für diese gefällten Bäume werden in Norf 140 neue Bäume gepflanzt.
    Noch eins.Norf hat den größten Baumbestand und Grünflächen im gesamten Rhein-Kreis Neuss.
    Zwei Baumreihen zur Realschule hin bleiben als Sichtschutz stehen.
    Nochmal.Es handelt sich nicht um eine Realschulwiese auf dem der Frischemarkt erichtet wird.
    Mit dieser Lüge haben die Kravallmacher auch ihre Unterschriften ergaunert.

    1. Es handelt sich zwar nicht um die Realschulwiese, jedoch verliert der Kindergarten ca. 50% seiner Außenfläche für den REWE-Parkplatz!!! 200m weiter sind große Felder vorhanden, welche auch eine bessere Verkehrsanbindung ermöglichen würde.

    2. Demokratie scheint nichts mehr für Bürger zu sein. Das machen die politischen Parteien wohl unter sich aus. Zitat aus dem Beschluss des Oberverwaltungsgerichtes: „Dabei hat sie (Stadt Neuss) in das Versammlungsrecht der Antragssteller eingegriffen, indem sie ungeachtet der anwesenden und hierdurch gestörten Versammlungsteilnehmer und ohne ersichtlich abgeschlossene demokratische Legitimation für die beabsichtigte neue Nutzung Baumfällarbeiten beginnen lassen hat“. Über 2000 Unterschriften von betroffenen Bürgern und die Einwände beim Amt für Stadtplanung scheinen die Politik auch nicht zu interessieren.

  4. Die,die den Supermarkt verhindern wollen haben beim Verwaltungsgericht in Münster angegeben das noch 20 Bäume gefällt werden müssen.
    Das war die Unwahrheit.
    Es sind nur noch 4 Bäume die wegmüssen.Das andere ist auch nur Gestrüpp.
    Fackt ist auch das auch die letzten Bäume gefällt werden dürfen wenn die Stadt-Neuss dem verwaltunggericht in Münster einen gültigen Vertrag über den verkauf des grundstück am lessingplatz vorlegt und der Investor bekundet das in unmittelbarer zeit mit dem Bau des Frischemarkt begonnen wird.
    Denke das die Stadt neuss sofort reagiert hat und das es endlich weiter geht am Lessingplatz in Norf

  5. Fackt ist: das Verwaltungsgericht hat das fällen der letzten Bäume nicht verboten.
    Nur gestopt bis die Stadt Neuss einen gültigen Kaufvertrag mit dem Investor der den Markt erichtet vorlegt und der Investor bekundet das der Baubeginn in kürzester zeit erfolgt.
    Die Baugenemigung wird im Aprill 2014 erteilt und der Investor hat bekundet das spätestens im September 2014 mit dem bau begonnen wird.

  6. Eins steht jedenfalls fest: Über 2000 betroffene Bürger haben ihre Unterschrift gegen den Supermarkt auf der Realschulwiese gegeben. Ich kenne nicht die Zahl der Leute, die dafür sind. Die Behauptung, dass 80% der Norfer Bürger für den Bau des Supermarktes an dieser Stelle sind ist eben nur eine Behauptung.

    1. Norf (ohne Derikum) hat ca. 5400 Einwohner bei ca. 2000 Haushalten. Wo genau da jetzt die „über 2000 Unterschriften“ herkommen sollen, müsste man mir schon noch genauer erklären. Kann es vielleicht sein, dass die Anti-Fraktion ihren gesamten Bekanntenkreis im Grossraum Düsseldorf aktiviert hat? Ist natürlich keine Behauptung, nur so ein Gedanke…

      1. Vielen Dank für die Einwohnerzahlen. Dann sind ja mehr als die Hälfte der Einwohner – wenn man die Kinder herausrechnet – gegen den Supermarkt. Die ca. 2200 Unterschriften kommen von erwachsenen Bürgern, die vom Bau des Supermarktes betroffen sein werden. Betroffene Bürger sind die, die auch tatsächlich betroffen sind. Das sind Norfer Bürger (ohne Derikum) und auch Eltern der Kindergarten- und Realschulkinder für die sich die Emissionen und die Verkehrsgefahr erhöhen. Die Unterschriften wurden zu Fuß hier in Norf gesammelt und können bei der Bürgerinitiative eingesehen werden.

  7. Gerne liefere ich Ihnen die Einwohnerzahlen, die stehen schließlich im Internet und sind binnen Minuten zu recherchieren.

    Sie behaupten also, 2200 Unterschriften von erwachsenen Norfer Bürgern (ohne Derikum), bzw. Realschul- und Kindergarten-Eltern erhalten zu haben, die gegen den Supermarkt am Lessingplatz sind. Und diese ziemlich große Anzahl von Menschen haben Sie alle auf den Norfer Straßen getroffen. Zu Fuß. Haben Sie ja auch Hausbesuche gemacht?
    Also bei mir hat niemand diesbezüglich geklingelt, auch von hier ansässigen Bekannten habe ich auf Anfrage nichts dergleichen gehört.

    Ihre Unterschriftenaktion auf dem Lessingplatz habe ich allerdings gesehen. Wie lange mag es wohl dauern, bis auf dem Lessingplatz 4000 Leute vorbeikommen? Oder sind nur 2200 vorbeigekommen, die aber alle „dagegen“ waren?

    Wie muss man sich diese Unterschriftenliste vorstellen? Finde ich dort auch die Adresse des Unterzeichners, oder wenigstens den Wohnort?
    Wie kann man ausschließen, dass dort der ganze, ortsfremde Freundes- und Kollegenkreis vom jeweiligen Supermarktgegner aus Gefälligkeit unterschrieben hat?

    Jetzt mal ohne Ironie:
    Ich denke, an der Aussagekraft Ihrer Liste bestehen einige begründete Zweifel.

    Ein gutes Stimmungsbild erhalten Sie, wenn Sie mit Norfer Bürgern sprechen, in örtlichen Gaststätten, Läden, Vereinen oder in der Nachbarschaft. Die überwältigende Mehrheit ist für den Bau des Supermarktes am Lessingplatz.

    Da Sie sich ja auf Demokratie berufen, kann folglich gebaut werden.

    1. Auf den Listen steht der Name und Vorname, Straße und Anschrift und auch die Unterschrift.
      Die Listen liegen auch der Stadt vor und können geprüft werden.
      Ich kenne viele Leute persönlich, die gegen den Bau auf der Realschulwiese sind und einen Supermarkt an der Nievenheimer Straße bevorzugen.

  8. Der Standort des Supermarktes ist aus Immissionsschutzgründen nicht geeignet !!!
    Die neuen Informationen aus der Beratungsunterlage der Stadt wurde einem öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen mit der Bitte um Stellungnahme vorgelegt.
    Ergebnis: „Die Ausführungen in der Begründung, …. sind weiterhin als abwägungsfehlerhaft anzusehen…
    Deshalb ist trotz der erfolgten Nachbesserungen, wie bereits in unserer Stellungnahme vom 5.2.14 festgestellt, der Standort für die Ansiedlung eines großflächigen Einzelhandelsbetriebes aus Immissionsschutzgründen nicht geeignet“.
    Link zur Stellungnahme des Sachverständigen:
    http://www.comerox.de/mediapool/63/631148/data/Lessingplatz_News/Stellungnahme_Schall_Kramer-15.3.14.pdf

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