3 Gedanken zu „Zündstoff in Neusser Pfarrheim – Bühne für Islamkritiker

  1. Sehr geehrter Herr Linnemann, dass ein Student einen Vortrag, der die Länge einer akademischen Vorlesung hatte, als zu lang empfindet, macht zumindest stutzig. Befremdlich wirkt, wenn Sie mich als „ehemaligen Ufologen“ bezeichnen, denn das ist eine Verleumdung. Ich war ebenso wenig „Ufologe“ wie Sie vielleicht Moslem sind, nur weil Sie Islamwissenschaft studiert haben. Ich habe mich als Volkskundler (ja, auch ich habe mehrere Fächer studiert, u.a. Geschichte und Volkskunde) mit modernen Mythen beschäftigt und diese dokumentiert. Wissenschaftlich unsauber ist dann auch Ihr Pamphlet. Wie Sie als Islamwissenschaftler wissen müssen, ist der Qur’an in zwei Etappen geschrieben. Er enthält die „Mekkanischen Verse“, als Muhammad noch versuchte, durch Mission Anhänger zu werben, und die in Medina „offenbarten“ Verse, in denen er von Wut auf die „Ungläubigen“ wegen der erlittenen narzisstischen Kränkung erfüllt ist. Die Praxis des Islam seit 300 Jahren zeigt, wie ernst die zitierten Verse genommen werden, denn genau auf dieser Grundlage hat sich der Islam mit dem Schwert in der Hand in ganz Nordafrika, bis nach Europa hinein und in ganz Vorderasien ausgebreitet. Mit den gleichen Versen, so wies ich in meinem Vortrag nach, legitimierte der Sultan Mehmed V. 1914 in seiner Funktion als Kalif des Islam, bekräftigt durch eine Fatwa des Scheich-ül-Islam, des Oberhauptes der türkischen Muslime, den „Heiligen Krieg“, der zum Völkermord an den Armeniern führte. Ich habe in meinem Vortrag mehrfach betont, dass es auch einen spirituellen Islam gibt und dass jeder Mensch, auch der Moslem, das Recht auf seinen Glauben und freie Religionsausübung hat (auch wenn uns Christen dieses Recht in islamischen Ländern nur extrem eingeschränkt gewährt wird). Aber was den Islam eben bedrohlich erscheinen lässt, ist seine diesseitige, politische Vision, sein Anspruch auf Herrschaft. Seine Eschatologie ist nicht transzendental, sein Ziel ist eine globale Gemeinschaft unter der Scharia. Insofern trat ich deutlich für die Rechte der Muslime, aber gegen eine Integration des politischen Islam in die politische Arbeit in Deutschland ein. Weiter habe ich im Vortrag ganz klar gesagt, wie ja die Aufnahmen belegen, dass „Islam“ eine DOPPELTE Bedeutung hat, dass es „Unterwerfung vor Gott“, aber eben auch Unterwerfung im politischen Sinne bedeuten kann. Das ist leider im Islam nicht zu trennen, denn wer sich ganz Allah unterwirft, der nimmt auch „seine“ Gesetze, die Scharia, an. Schließlich und endlich behaupten Sie: „Für seine Thesen, der türkische Ministerpräsident Erdogan wolle Deutschland einnehmen gibt es keinen Beweis, ja nicht mal ein Indiz. Sie sind absurd.“ – DAS HABE ICH MIT KEINEM WORT GESAGT, das ist eine Unterstellung und eine Verleumdung! Daher muss ich Sie dringend auffordern, diesen Satz zu löschen, da ich ansonsten rechtliche Schritte gegen Sie erwägen muss. Der Vortrag und der gesamte Abend wurden ja zum Glück aufgezeichnet. Es gab einen Mann im Publikum, der Erdogan dies unterstellt hat, aber mit dem hatte und habe ich nichts zu tun.

    1. Sehr geehrter Herr Hesemann,

      vielen dank für Ihren Kommentar. Bitte lesen Sie meinen Text noch einmal genau. Als „zu lang“ habe ich Ihren Vortrag nicht bezeichnet, sondern lediglich gesagt, dass der angekündigte fachliche Teil in keinem Verhältnis zur Länge des Gesamtvortrages stand.
      Ihre Behauptungen bzgl. Ministerpräsident Erdogan stimmen. Als Student bin ich schließlich ein guter Zuhörer. Ob dieser Teil auf den Aufzeichnungen enthalten ist, kann ich nicht sagen, da der Kameramann nicht ununterbrochen filmte. Falls er diese Stelle gefilmt hat, werden Sie bestimmt dafür gesorgt haben, dass sie raus geschnitten wurde.

      Ich will Sie auch gar nicht verleumden. Ich habe mir Ihren Vortrag angehört und aufgeschrieben, was ich darüber denke. Dass Sie allergisch auf die Bezeichnung „Ufologe“ reagieren, ist mir bereits bei Ihrer Kritik an der Süddeutschen Zeitung aufgefallen. daher auch mein zusätzliches Wort „ehemalig“. Hier schreibe ich ebenfalls nur was ich aus Ihrem Lebenslauf und der Auswahl Ihrer erschienen Literatur ableiten kann. Sollte das der Unwahrheit entsprechen, bitte ich Sie dafür zu sorgen, dass Ihr Lebenslauf korrigiert wird.
      Des Weiteren danke ich Ihnen für Ihre Aussagen hier, da sie erkennen lassen, dass Sie doch mehr Ahnung vom Islam haben, als vorgestern Abend deutlich wurde. Sie erwähnen in Ihrem Kommentar, dass es zwei Phasen der Offenbarung gab. Das ist vollkommen richtig. Warum sind Sie nicht bereits bei Ihrem Vortrag darauf eingegangen und haben historisch korrekt den Zusammenhang zwischen Suren und den Ereignissen in Mekka und Medina erläutert? Nichts anderes kritisiere ich in meinem Blog.
      Im Übrigen werde ich nichts an meinem Text ändern, da er, wie bereits dargelegt, keinerlei Verleumdung oder unwahre Aussagen enthält.

      Vielen dank für Ihr Interesse an meinem Blog.

      Mit freundlichen Grüßen

      Kevin Linnemann

  2. Herr Linnemann, bitte machen Sie sich nicht lächerlich. Ich habe niemanden gebeten, etwas aus den zahlreichen Ton- und Videoaufnahmen des Abends herauszuschneiden und könnte eine Reihe von Teilnehmern im Fall eines Rechtsstreits als Zeugen aufführen, an allererster Stelle Dr. Hüsch. Ich habe die mir von Ihnen in den Mund gelegte Äußerung über Erdogan nie gemacht.
    Meine Vita finden Sie auf meiner homepage http://www.michaelhesemann.info. Ich habe nie bestritten, mich als Volkskundler u.a. auch mit dem UFO-Mythos beschäftigt und dazu Materialsammlungen veröffentlicht zu haben, als „Ufologe“ aber bezeichnet man doch jemanden, der sich hauptberuflich mit dem Thema befasst und das war ich nie. Aber Sie schrecken offenbar vor keiner Verleumdung zurück.
    In meinem kurzen Vortrag ging es um den Halbmond und seine Symbolik, nicht um den Qur’an oder den Islam. Ich habe trotzdem den Einbruch durch die Flucht nach Medina ebenso erwähnt wie die Tatsache, dass es neben dem politischen Islam durchaus einen spirituellen islam gibt, der für den Gläubigen sehr wertvoll ist. Ich habe deutlich für Respekt vor den Muslimen, für die Religionsfreiheit und sogar für Moscheen in Deutschland plädiert und lediglich vor der politischen Vision des Islam und ihrer Unvereinbarkeit mit den Werten einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft gewarnt. Auf jeder Pro-NRW oder NPD-Veranstaltung hätte man mich wohl deswegen als „Islamversteher“ von der Bühne gejagt.
    DAS war das Fazit meines Vortrags: „Wir müssen unsere christlichen Werte bewahren, damit auch unsere muslimischen Brüder und Schwestern in Zukunft in einem freien Staat leben, der religiöse Minderheiten respektiert und ihre Glaubensfreiheit garantiert.“
    Weitere Zitate: „Was den Islam also problematisch macht ist nicht der Muslim, der ein in seiner Frömmigkeit bewundernswerter Mensch sein kann“…
    „Als Katholiken, die dem Zweiten Vatikanischen Konzil verpflichtet sind, betrachten wir die Muslime mit Hochachtung, weil auch sie sich auf Abraham berufen und in ihrer Frömmigkeit die Gnade Gottes suchen“ …
    „Die Moschee als Ort des friedlichen Gebetes kann und sollte ihren Platz in Deutschland finden, nie aber darf dies die Scharia, denn sie ist mit dem Grundgesetz unseres Staates unvereinbar. Der spirituelle Islam ist gewiss wertvoll, da er das Leben vieler Menschen mit Sinn und Gottesfurcht erfüllt. Der politische Islam aber ist problematisch, denn er ist mit den Grundwerten einer freien, demokratischen Gesellschaft nicht vereinbar.“
    Das ist wohl alles andere als jene „Fremdenfeindlichkeit“, die Sie mir in Ihrem tendenziösen und verleumderischen Blog unterstellen!

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