Und noch so ein #DoItYourself-Ding – Meine upgecycelte Wohnung

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10516871_705158652870780_111731096279292223_nHunderte von Blogs beschäftigen sich mit Selbstmach-Ideen. Tausende Fotos von kreativen Eigenleistungen finden sich im Internet. Trotzdem sagt mir eine Freundin, ich solle etwas zu meinen Möbeln schreiben. Na gut, überredet. Ich hab das Blog hier ohnehin schon lange nicht mehr gefüttert. 😉

Ich erzähle einfach mal ein wenig drauf los. Warum ich das mache und was mich besonders fasziniert. Angefangen hat eigentlich alles mit dem Müll-Problem. In unserer heutigen Gesellschaft sind wir so auf Konsum fixiert, dass wir alles entsorgen, was wir nicht mehr zu gebrauchen glauben. Eine Lampe gefällt uns nicht mehr? Weg damit, bei IKEA sind ja Designer-Lampen im Angebot. Der Kinderzimmerschrank passt nicht mehr in die Studentenbude? Sperrmüll ist bestellt. Moderne, günstige Schränke gibt es ja an jeder Ecke. So zieht sich das in allen möglichen Bereichen durch unser Leben. Was wir nicht mehr schön oder zeitgemäß finden, landet auf dem Müll. Ist etwas kaputt, wird es entsorgt. Ich denke, dass das eine enorme Ressourcenverschwendung ist. Man braucht oft nur wenig Material, wenig Werkzeug und (man sieht es ja an mir :D) nahezu kein handwerkliches Geschick, um Gegenständen ein zweites Leben einzuhauchen. Der Trend ist nicht neu. #Upcycling ist ein Stichwort, unter dem man im Netz tausende Ideen und Beispiele findet. Irgendwann stieß ich auf verschiedene Bilder von Betten aus Europaletten und Tischplatten aus Kronkorken. Ich habe sogar ein ganzes Haus gesehen, welches aus Plastikflaschen gebaut wurde. Ich war begeistert, dass wir wenigstens einen kleinen Teil unseres Mülls direkt wiederverwenden können.

Da ich vor einiger Zeit nach Siegen gezogen bin, brauchte ich ohnehin einiges an neuen Möbeln und Dekoration für meine kleine Studentenwohnung. Ich stöberte durch Facebook-Seiten, Youtube-Chanels und google-Treffer. Immer auf der Suche nach neuen Ideen, Inspiration und Techniken. In der Garage, auf Sperrmüllhaufen in der Nachbarschaft und auf ebay-Kleinanzeigen sammelte ich die Rohstoffe. Dann probierte ich einfach aus. Ich habe kein Handwerk gelernt und ein Schreiner würde beim Anblick meines Schreibtisches sehr wahrscheinlich amüsiert den Kopf schütteln. Aber es funktioniert! (Immerhin schreibe ich gerade diesen Beitrag auf selbigem Schreibtisch. Doch dazu später mehr.)

Ich möchte euch hier einfach zeigen, was man aus welchen Rohstoffen machen könnte. Nichts davon ist wirklich eine neue bahnbrechende Idee. Oftmals habe ich einfach nur Dinge, die ich im Internet gefunden habe, versucht in abgewandelter Form nachzubauen. Ich hoffe, dass diese Bilder hier auch den Einen oder die Andere von euch dazu bringen etwas eigenes zu erschaffen. Vielleicht bekommt ihr ja auch Lust den alten Couchtisch nicht wegzuwerfen, sondern zu erneuern.

Der Stuhl

Meinen alten Stuhl hatte ich von meiner Vormieterin übernommen. Leider war es ein recht einfaches Model. Eine Konstruktion aus hohlen Eisenstangen mit einem Brett als Sitzfläche. Irgendwie war ich dann wohl doch zu schwer für ihn… Jedenfalls ist er unter mir zerbrochen 😀
Auf einem Sperrmüllhaufen habe ich eine Reihe alter Esszimmerstühle gefunden. Recht rustikal. Mit einem Klarlack-Überzug und naja… Stoffbezug. Die Stühle waren praktisch wie neu und waren kaum benutzt. Einen habe ich mir mitgenommen, und nachdem ich ihn gründlich abgeschliffen hatte, konnte ich ihn mit Holzbeize schwarz färben. Dank dem breiten Angebot an Stoffen meiner Mutter und ihrer tatkräftigen Unterstützung beim Polstern, habe ich jetzt einen sehr stabilen Holzstuhl in zeitlosem Schwarz/Weis.

Der Fernsehtisch 

Aus meiner alten Wohnung hatte ich noch einen weißen Couchtisch von IKEA. Leider war da der „Lack“ (im wahrsten Sinne des Wortes) ab. Im Internet stieß ich auf die Idee, irgendwelche Gegenstände einfach mit Zeitungsschnipseln zu dekorieren. Dazu schneidet oder reißt man sich seine Lieblings-Schlagzeilen oder -Bilder aus Zeitungen und klebt diese dann mit Tapetenkleister auf ein Objekt seiner Wahl. Es empfiehlt sich, den Untergrund vorher  mit etwas Schleifpapier zu bearbeiten. Der Tisch mit den Artikeln über aktuelle Politik, meine Heimatstadt und sogar über einige meiner Bekannten, hat nun einen Platz unter meinem alten TV bekommen.

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Die Bilder

Auf der gleichen Technik basieren die Bilder an meiner Wand. Hierfür habe ich in der Garage ausrangierte Schranktüren genommen und auf meine Wunschgröße zugeschnitten. Wieder kamen Zeitungen und Kleister zum Einsatz. Der Hintergrund war geschaffen. Für die vier kleineren Motive habe ich mir Vorlagen ausgedruckt und daraus Schablonen geschnitten. Das Motiv dann einfach aufgesprüht. Bei dem länglichen Bild habe ich mich selbst an einem Motiv versucht. Es sollte den Liebesengel Amor in seiner modernen Version darstellen. Einen „21st century amor“ sozusagen.

Der Schreibtisch

Der Schreibtisch ist mein neustes Projekt. Hier habe ich verschiedene Ideen aus dem Internet verbunden und erweitert. Basis für die Tischplatten waren drei kaputte Europaletten, welche ich auf ebay-Kleinanzeigen geschenkt bekommen habe. Ich habe die rostigen Nägel entfernt, die einzelnen Kiefern-Bretter zugeschnitten und miteinander verbunden. Die Tischplatte auf der Oberseite lediglich abgeschliffen, sodass man dem Holz sein Alter und seine vorige Verwendung immer noch ansehen kann. Mich fasziniert der Gedanke, dass ich gerade diesen Text auf Holzbrettern schreibe, die einige zehntausend Kilometer Transportwege hinter sich haben. Die hinteren Beine habe ich ebenso aus diesen Holzbrettern gemacht. Rechts dann noch ein Fach eingebaut, indem sich jetzt eine Efeu-Pflanze befindet. Diese soll am Tisch emporranken. In die Tischplatte kam dann noch ein kreisrundes Loch. Darin habe ich einen Übertopf versenkt. Die Idee war, dass aus dem toten Holz, welches jetzt als mein Möbel fungiert, ein neuer Baum wachsen kann. Wenn auch nur symbolisch. Für die vorderen Tischbeine habe ich ausrangierte Bücher durchbohrt und auf einer Gewindestange aufgefädelt. Einfacher Bastelkleber sorgt dafür, dass sich die einzelnen Bücher nicht drehen.

Das Hängeschränkchen

Das war, glaube ich,  mein erstes richtiges Möbel. Auf dem Nachhauseweg lag auf dem Sperrmüll so ein kleines Hängeschränkchen. Es war nicht kaputt. Nur die Farbe… ziemlich aus der Mode gekommen. Allerdings fand ich die Form schön und ich wollte einfach ein wenig damit spielen. Also habe ich es mitgenommen, weiß angesprüht und mit dem Pinsel ein paar blaue Muster drauf gemalt. Ich nahm einfach, was ich noch zu Hause rumliegen hatte. Ein paar LEDs und Platinen lagen auch noch da und so versuchte ich auf drei Etagen Licht in der Vitrine einzubauen. Die kleine „Spielerei“ hängt jetzt in meiner Diele.

 

Die Lautsprecherboxen

Auch diese Idee ist „geklaut“. Zumindest das Konzept „Lautsprecher hinter einem Bilderrahmen verstecken“. Im Internet fand ich ein Foto von mit Stoff bespannten Bilderrahmen, hinter denen Lautsprecher angebracht waren. Ich habe allerdings die Zeitungsausschnitte verwendet. Wie schon bei den Bildern und dem Fernsehtisch.


Die Kinderzimmer-Vitrine 

Über ebay-Kleinanzeigen fand ich eine hohe Vitrine von hülsta mit runden Griffen. Klassisches Möbel für ein Kinderzimmer. Da mich die Türgriffe sehr stark an die Möbel aus meinem alten Kinderzimmer erinnerten wollte ich sie unbedingt austauschen. In Norf findet man auf den Feldern um den Golfplatz öfters Golfbälle. Ein kleines Loch hineingebohrt und schon hat man individuelle Griffe für Tür und Schubladen.

Klopapierhalter

Ohne die Klopapierrolle erinnert der Halter irgendwie an einen japanischen Tempel in Miniaturform. 😉 Auf ebay verkauft jemand diese Ständer aus Europaletten für rund 30€. Da ich vom Schreibtisch noch so viel Holz übrig hatte, habe ich noch schnell einen Toilettenpapierhalter gebaut. (Das Modell aus Schallplatten, welches bisher in meiner Wohnung hing, hat sich leider als instabil erwiesen) Ein Golfball kam als Griff auch zum Einsatz.

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5 Gedanken zu „Und noch so ein #DoItYourself-Ding – Meine upgecycelte Wohnung

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