Aktion: Energiewende in Verantwortung deutscher Unternehmen

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So ziemlich jedes größere Unternehmen in Deutschland schreibt auf seiner Internetpräsenz über Nachhaltigkeit, Umweltschutz und gesellschaftliche Verantwortung. Da unsere aktuelle schwarz-rote Regierung ihre Verantwortung bei genau diesen Bereichen ignoriert (Beispiel: Siggi-Wende bei der Kohleabgabe), wird das private Engagement von Bürgern und Unternehmen immer wichtiger. Dem Privatmensch fehlt es oft an Kapital. Was können die Firmen im Land leisten? Zu sehen sind auf den Werbe- und Webseiten Fotos blühender Landschaften oder Anlagen zur Gewinnung Erneuerbarer Energien.

Ich will wissen: Wie sieht es in der Praxis aus?

Auf der Internetseite von Aldi Süd wird berichtet, dass das Unternehmen massiv in Solartechnik investiert. „Bis Mitte 2015 wird ALDI SÜD über 850 Filialen mit einer Gesamtleistung von über 95.000 kWp ausgestattet haben“, gibt die Discount-Kette bekannt. Genutzt werden soll der Strom für die eigenen Märkte und für eine Reihe von kostenlosen Tankstellen für Elektromobilität. Auch wenn vielleicht nur eine Werbestrategie dahinter steckt, so finde ich diese Investition sehr sinnvoll. Besonders, wenn man sich einen Konkurrenten ansieht, dessen aktuelle Werbekampagne zu „Qualität und Geschmack“ massiv kritisiert wird.

Beflügelt vom positiven Beispiel Aldi Süd, schaute ich mich bei anderen Konzernen um. EDEKA und Rewe gehen ähnliche Wege, jedoch in deutlich kleinerem Maßstab. Der Rest: scheinbar leere Phrasen und unverbindliches Blabla. Doch genau da möchte ich die Unternehmen jetzt packen. Ich habe einen offenen Brief aufgesetzt und schon an die ersten 18 großen Einzelhändler verschickt. Darunter Metro, Saturn, Shell, Real, Bauhaus und viele Andere. (Eine vollständige Liste befindet sich am Ende des Artikels und wird laufend aktualisiert) Ich fordere die Unternehmen auf, dem Beispiel Aldi Süd im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu folgen. Was ich genau geschrieben habe, lest ihr weiter unten.

Natürlich gehe ich nicht davon aus, dass schon morgen auf den Filialen von Obi, Kaufland & Co die Handwerker eintreffen. Allerdings erhoffe ich mir ein ehrliches Feedback, wie die Versprechen der Unternehmen in der Praxis aussehen. Und mit ein bisschen Glück gibt mein Brief ja vielleicht den Anstoß für die ein oder andere Solaranlage.

Die erhofften Antwortschreiben werde ich auf der Facebook-Seite von trotat.de veröffentlichen. Wenn Ihr die Aktion unterstützen wollt, würde ich mich über eine Verbreitung dieses Beitrags hier freuen. Ihr habt noch Vorschläge für weitere Unternehmen? Dann schreibt sie in die Kommentare am Ende des Beitrags.

Sehr geehrte Frau/Herr [Name Geschäftsführer*in],

ich schreibe Sie in Ihrer Funktion als Geschäftsführer*in der [Name des Unternehmens] an. Ich schreibe als Konsument und junger Bürger dieses Landes.
Auf der Website ihres Unternehmens [Website] steht geschrieben: „[Zitat über die Einsatzbereitschaft zum Umweltschutz und zur Nachhaltigkeit des Unternehmens]“. Dies finde ich unterstützenswert. Um dieses Thema soll es in meinem Schreiben gehen.

Die Discount-Kette Aldi Süd wird im Jahr 2015 Anlagen zur Stromgewinnung aus Sonnenenergie auf 850 Filialen und 29 Logistikzentren installiert haben. Damit katapultiert sich das Unternehmen weit an die Spitze der privaten Energieerzeuger. Natürlich produzieren die Solaranlagen nicht nur jährliche 123 Millionen Kilowattstunden saubere Energie für Deutschland, sondern ebenso günstige Energie für den Eigengebrauch der Aldi-Märkte. Zusätzlich darf sich Aldi Süd (zu Recht) mit dem Image schmücken, eine nachhaltige und vorwärtsgewandte Firmenpolitik zu verfolgen. Eine „Werbekampagne“, die sich wirklich lohnt. Nicht nur für das Unternehmen, sondern für alle Menschen.

Der überwiegende Anteil der deutschen Bevölkerung hat bereits seit längerer Zeit verstanden, dass die Energiewende einen wirkungsvollen Beitrag gegen den Klimawandel leisten kann. Leider zählt die aktuelle Regierung nicht zu diesem Bevölkerungsanteil. Dieser Eindruck entsteht zumindest, wenn in den „Werbekampagnen“ von CDU und SPD Klimaschutz enthalten ist, in der tatsächlichen Politik jedoch nicht. Die just beschlossene 180°-Wende bei der Kohleabgabe ist nur einer von vielen weiteren Rückschritten bei diesem Thema.

Wenn die Politik es also nicht schafft, dann müssen es die Bürger machen.

Wie Sie sicherlich wissen, gibt es bereits viele private Bürgerinitiativen, die zum Beispiel auf Schulen Solaranlagen installieren. Doch ganz alleine geht es nicht. Daher bitte ich Sie, dem Beispiel von Aldi Süd zu folgen:
Prüfen Sie, ob die Dächer Ihrer Filialen, Läger, Logistikzentren oder sonstigen Gebäuden Platz für Solaranlagen bieten. Ich bitte Sie weiterhin, zu prüfen ob Gelder der nächsten Werbekampagne nicht auch in die Installation von Solaranlagen investiert werden könnten.
Ich bitte Sie eindringlich: Installieren Sie Anlagen zur Gewinnung umweltverträglichen Sonnenstroms, oder geben Sie Ihre Dächer frei für andere Investoren.

Sie senken nicht nur ihre zukünftigen Energiekosten, die Menschen und Verbraucher in diesem Land, ganz besonders die junge Generation, werden es Ihnen danken, diesen wichtigen Beitrag zur Energiewende geleistet zu haben.

Über eine persönliche Antwort würde ich mich sehr freuen. Auch stehe ich für Nachfragen oder ein persönliches Gespräch jederzeit zur Verfügung. Gerne auch per Mail oder Telefon.

Mit freundlichen Grüßen

Navid Linnemann

Diese Unternehmen haben bereits Post von mir erhalten:

Baumärkte:
Obi
Bauhaus
Hagebau
Hornbach
Toom

Lebensmittelmärkte:
Edeka
Aldi Nord
Kaisers
Real
Globus
Hit

Lidl
Kaufland

Warenhäuser & Großhandel:
Metro
Kaufhof
Handelshof

Tankstellen:
Aral
Avia
Shell
Esso
Total

Non-Food:
Media Markt & Saturn

Gastronomie:
McDonald’s
Burger King

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2 Gedanken zu „Aktion: Energiewende in Verantwortung deutscher Unternehmen

  1. Ein sehr einseitige Ansicht der Probleme der Menschen und der Welt. Leider gibt es noch die Frage, wer und wie das alles bezahlt werden soll, und nicht jeder hat den Hinterhalt wie du. Außerdem Leben noch einige mehr Menschen leider auf desem Planet und nicht alle denken so. Wählen wir mal den Mittelweg uns dann bekommen wir auch eine breite Zustimmung.

    1. Ich verstehe nicht ganz, was Sie mit „einseitige Ansicht“ meinen? Es geht hier um einen einzelnen Beotrag, der geleistet werden kann. Was auch schon den nächsten Punkt beantwortet: Bezahlen soll das in diesem Fall das jeweilige Unternehmen. Wie im Text geschildert, könnte man es aus den Mitteln für Werbung finanzieren. Oder teilfinanzieren.

      Wie gesagt, es geht hier um einen einzelnen Punkt (Investitionen deutscher Unternehmen in Energiewende), da kann erstmal außenvorbleiben, dass es noch andere Menschen auf dem Planeten gibt…

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